27. Januar 2026

Umbauen mit Künstlicher Intelligenz: Neue Werkzeuge für die Innenarchitektur

Generative Künstliche Intelligenz verändert Umbauprojekte, auch in Hotels und Restaurants. DOBAS erklärt, welche Vorteile das neue Innenarchitektur-Werkzeug mit sich bringt und warum menschliche Expertise unersetzlich bleibt.

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Autorin

Verena Zaugg

Effizienz, Erlebnisqualität und Entscheidungsstärke

Gäste in Hotels und Restaurants erwarten heute weit mehr als reine Funktionalität. Sie suchen Atmosphäre, ein Erlebnis mit Wiedererkennungswert – gerne auch Social-Media-tauglich. Ebenso wichtig ist ein gepflegter Gesamteindruck, der keine Abnutzungsspuren oder technische Mängel zeigt. Nur wenn Gestaltung und Qualität überzeugen, entsteht Vertrauen.

Ein Umbau, der diesen Erwartungen gerecht wird, bringt jedoch organisatorische und wirtschaftliche Herausforderungen mit sich: kurze Planungsphasen, knappe Budgets und Umbauten im laufenden Betrieb. In diesem Umfeld bietet Künstliche Intelligenz – insbesondere generative KI – neue Möglichkeiten.

Schnelligkeit schafft Perspektiven

Die grosse Stärke generativer KI liegt in ihrer Geschwindigkeit. Was früher Tage oder Wochen dauerte, ist heute in wenigen Stunden möglich: Möblierungsstudien, Farb- und Materialkonzepte oder räumliche Varianten lassen sich früh im Prozess simulieren. Dadurch entsteht rasch eine visuelle Grundlage, auf deren Basis unterschiedliche Szenarien diskutiert werden können – von punktuellen Eingriffen bis hin zu umfassenden Umbauten.

KI unterstützt dabei die Entscheidungsfindung, ersetzt aber nicht die fundierte Einschätzung durch Fachpersonen. Aspekte wie Brandschutz, Asbestsanierung oder technische Machbarkeit bleiben Aufgaben für erfahrene Planer:innen.

Visuelle Unterstützung in der Entwurfsphase

Die Vorteile generativer KI in der frühen Projektphase sind vielfältig:

  • Verbesserte Kommunikation: Visualisierungen schaffen eine gemeinsame Gesprächsbasis für Hoteliers, Gastronom:innen, Planungsteams und weitere Beteiligte.
  • Vergleich von Varianten: Unterschiedliche Konzepte lassen sich schneller darstellen und direkt vergleichen.
  • Atmosphärische Wirkung zeigen: Farb- und Materialstudien wirken realitätsnah – zum Projektbeginn ohne physische Muster.
  • Optimierung von Grundrissen: Erste Tools analysieren Abläufe und Gästewege, um Räume funktionaler zu gestalten.

Künstliche Intelligenz bietet Inspiration, keine Lösung

Trotz aller Vorteile bleibt klar: KI liefert Ideen, aber keine fertigen Resultate. Ihr Output basiert auf statistischen Wahrscheinlichkeiten – nicht auf Kontext, Marke oder betrieblichen Anforderungen. Genau hier braucht es menschliches Fachwissen. Wir hinterfragen den KI-Output, prüfen ihn auf Machbarkeit und entwickeln daraus eigenständige, authentische Lösungen. Nur so entsteht echter Mehrwert. Zudem gilt: Das Resultat ist nur so gut wie die Eingabe. Auch bei der KI-Nutzung sind Erfahrung und gestalterisches Gespür entscheidend.

Gestaltung bleibt menschlich

Die Aufgabe der Innenarchitektur ist es, Visionen in tragfähige, funktionale Konzepte zu übersetzen. Fragen wie «Was passt zur Identität des Betriebs?», «Wie verändert sich der Ablauf durch die Umgestaltung?» oder «Welche Lösung ist wirtschaftlich realistisch?» kann ein Modell noch nicht selbst umfassend beantworten. Hier zählen auch Erfahrung, Intuition und fachliche Präzision.

Künstliche Intelligenz trifft auf VR und AR

Was heute mit einzelnen Bildern beginnt, entwickelt sich rasant weiter. In Verbindung mit Virtual und Augmented Reality entstehen immersive Erlebnisse, die Räume erlebbar machen, noch bevor gebaut wird (in dieser Space Story erfahren Sie, wie Virtual Reality funktioniert). In Zukunft könnten Räume sogar auf Gästepräferenzen reagieren – etwa durch Anpassung von Licht und Temperatur.

Fazit: KI ergänzt, ersetzt aber nicht

Generative KI eröffnet neue Möglichkeiten für Umbauprojekte in Hotellerie und Gastronomie. Sie beschleunigt Prozesse, unterstützt die Planung und erweitert gestalterische Spielräume. Doch nur im Zusammenspiel mit menschlicher Expertise entsteht Innenarchitektur, die wirkt, begeistert und langfristig überzeugt.

Anmerkung: Die Originalversion dieses Artikels erschien in der hotelrevue vom 22. Januar 2026.

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Verena Zaugg
Innenarchitektin

+41 41 979 80 36   |  
zaugg@dobas.ch


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